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VANstaltungen KW 6
11.–17. Februar 2016

Jede Woche neu: unsere subjektiv zusammengestellte und ausschweifend kommentierte Übersicht über interessante Termine in den kommenden Tagen.


Gerhaher in der Zauberflöte, 2006 · Foto © Klaus Lefebvre 

Christian Gerhaher und das Freiburger Barockorchester

Es ist als fegt Christian Gerhaher durch die Lande, um jedem Liede, das da schlummert, den Schlaf aus den Augen, den Staub von den Kleidern zu pusten, es dann ein bisschen zu dehnen, zu beugen und zu strecken, bis es hellwach dasteht, tanzt oder weint, lockt oder erzählt, Abgründe zeigt. Die Aufnahme der Mozart-Arien mit dem Freiburger Barockorchester, das zu ähnlichem fähig ist, ist ein bebender Rausch, manchmal möchte man lachen, weil hier alles so gut ineinandergreift, so tief aufgelöst ist, auch in der Tiefe funkelt. Wenn man es auf der Platte hört, ist man manchmal in einem animierten Film, in dem ein Team aus den besten Animationskünstlern, Zeichnern und Textern mitgearbeitet hat, das dann noch mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Wie mag das Ganze im Konzertsaal mit leibhaftigen Klangkörpern sein? Bevor es nach Budapest, New York, Ithaca und Dublin geht tourt die Supergroup über Köln und Wien.

15.2. Köln, Philharmonie 
17.2. Wien, Musikverein


Foto © Silk Road Project

66. Berlinale

Jedes Jahr im Februar verliert sich unser Berliner Team im Reigen der Berlinale. Auch für Musikfans gibt es dabei immer viel auszukundschaften. Dieses Jahr zum Beispiel den senegalesischen Film The Revolution Won’t Be Televised über eine von den Rappern Thiat und Kilifeu gegründete Protestbewegug gegen die Wiederwahl von Präsident Abdoulaye Wade im Jahr 2011. Oder Morgan Nevilles Dokumentarfilm The Music of Strangers über den Cellisten Yo-Yo Ma und sein Silk Road Project. Oder das Berlinale Talents-Forum mit Carsten Nicolai über seine Kollaboration mit Ryuichi Sakamoto für die Musik zu Alejandro G. Iñárritus Film The Revenant. Oder den DDR-Porträtfilm von 1966 über den Komponisten Paul Dessau. Und in Berlinale Classics begleiten die Lokalmatadore vom RSB-Sinfonieorchester Fritz Langs Stummfilmklassiker Der müde Tod mit neuer Musik von Cornelius Schwehr. Tickets gehen immer drei Tage im Voraus in den Verkauf, wer pünktlich um 10 Uhr auf der Matte steht oder am Rechner sitzt, hat gute Chancen, für viele gute Filme noch Karten zu bekommen – wenn es nicht unbedingt der Berlinale Palast sein muss.

The Revolution Won’t Be Televised
The Music of Strangers
The Music of The Revenant
Der müde Tod
Infos zum Ticketverkauf


The Fairy Queen in Stuttgart

Eigentlich sollen in den VANstaltungen nur Konzerte, Aufführungen und Künstler/innen ihren Platz finden, deren Augen- und Ohrenzeuge wir bereits geworden sind. Calixto Bieitos Inszenierung von Purcells The Fairy Queen haben wir noch nicht gesehen, nachdem aber Freunde und Kollegen ausnahmslos begeistert davon erzählen und weil die Inszenierung einstweilen nur noch im Februar zu sehen ist und allein die Musik schon toll ist, machen wir eine Ausnahme und vermuten, dass sich das Anstehen für die Restkarten an der Abendkasse ziemlich lohnen könnte. 

11., 13., 19. und 22. Februar Stuttgart, Schauspielhaus


Klangzeit Münster

Festivals und ihre Themen, meist ist es so: Wäre gut, wenn das Thema zur Musik passt, die man sich so vorstellt, vielleicht sucht man sich später noch ein bisschen Musik, die zum Thema passt. Ein Thema macht es leichter, sich und die eigene Sache als aktuell, relevant zu bezeichnen, aber wenn es dann zur Sache geht, sind die Stücke wichtig, die Musiker/innen, die Orte. Auch bei der alle zwei Jahre stattfindenden Klangzeit Münster werden sich die Wenigsten Gedanken machen, was das gerade Gehörte nun für den eigenen Begriff der Heimat und das hochaktuelle Thema von Migration und Flucht bedeutet. Spannender in dem Fall erscheinen uns die sehr freie Mischung aus Auftragskompositionen, Stücken bekannter moderner Komponisten, Musik aus östlicheren Teilen der Welt, elektroakustischen Stücken, Musik mit Feldaufnahmen oder den Geräuschen von Handwerkern. Wer eine musikalische Heimat in der neueren Musik sucht, der hat hier großartige Möglichkeiten zur Verortung.

noch bis zum 21.2. Münster, diverse Orte



Shakespeare mit Prohaska und der Akademie für Alte Musik Berlin

Noch eine großartige Sängerin, noch ein großartiges historisches Ensemble.

In der aufwändig produzierten Arte-Reihe Epochen der Musikgeschichte spricht Anna Prohaska davon, dass ihr die Dinge im Übungsraum meist nicht so gut gelingen wie im Konzertsaal. Sie brauche »das Adrenalin, das Flirren und Flattern im Zwerchfell, um das dann so gut hinzukriegen.« Nicht nur in Bezug auf ihre Kunst, sondern auch auf die Dinge, die sie auf die Bühne bringt, hat sie eine scharf beobachtende Art. Sie weiß genau um die historischen Fakten in der Musik, das wird auch in diesem Interview mit dem NDR deutlich, will dann aber auch wissen, so scheint es aus der Ferne, was das für ein aktuelles Denken und Fühlen bedeutet, ohne Verstelltheit, unprätentiös. In Hamburg und Berlin gibt es mit der Akademie für Alte Musik Berlin ausgehend von Shakespeare Arien, Lieder und Rezitationen.

12.2. Berlin, Konzerthaus
16.2. Hamburg, Laeiszhalle


Foto Özge Balkan / @BIFOturnede (Twitter)

Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra, Nemanja Radulović, Vadim Repin

Es lohnt ein Blick auf unseren Bericht aus Istanbul aus dem November 2015. Das Borusan İstanbul Filarmoni Orkestrası ist ein privat finanziertes Orchester mit großen Ambitionen, die aber sympathisch, entspannt und vor allem mit viel Neugier gemanagt werden. Vor der ersten richtigen Europatournee nimmt man nervöse Vorfreude wahr. Sie wollen zeigen, was sie drauf- und wie sie sich mit dem Dirigenten Sascha Goetzel in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. Es schadet nicht, prominente Gesichter dabei zu haben. Nemanja Radulović gilt auch in der Echo-Klassik-Hochglanz-Coverstory-Welt als Star, Vadim Repin wurde von Menuhin persönlich als perfektester Geiger der Welt geadelt. 

12.2. Wien Konzerthaus
14.2. Friedrichshafen, Graf Zeppelin Haus
17.2. Frankfurt, Alte Oper
18.2. Nürnberg, Meistersingerhalle


Konzerthaus Blaibach · Foto NAARO Architectural Photography

Schubertiade in Blaibach

Nach Blaibach im Bayerischen Wald zieht es uns schon länger, weil dort der Architekt Peter Haimerl ein großartiges minimalistisch-monolitisches Konzerthaus gebaut hat, das 2014 eröffnet wurde. Dessen Intendant, der Bariton Thomas E. Bauer, veranstaltet dort im Februar eine viertägige Schubertiade, die ganz im Zeichen des Lieds steht. Er selbst singt, begleitet von Siegfried Mauser, die Winterreise, Yeree Suh und Marianne Beate Kielland singen neben Schubert auch Grieg und Schumann, und am letzten Abend ist ein alter Bekannter zu Gast, der amerikanische Pianist Kit Armstrong.

12.–15. Februar Blaibach, Konzerthaus


Foto © Astrid Karger

2 x Lachenmann in Hamburg

Das große VAN-Interview mit Helmut Lachenmann ist im Kasten und erscheint in zwei Wochen. Jetzt freuen wir uns erst einmal auf zwei nachträgliche Geburtstagsständchen des NDR zum 80. Geburtstag vom »Grandseigneur der Neuen Musik« im letzten November: ein Porträtkonzert des NDR Sinfonieorchesters mit Ausklang. Musik für Klavier und Orchester, entstanden 1984/1985. Dazu gibt es in der ersten Konzerthälfte eine Einführung mit Lachenmann höchstselbst, dem Dirigenten Peter Rundel und Klangbeispielen. Am nächsten Tag spielt das von uns sehr geschätzte JACK Quartet alle drei Streichquartette Lachenmanns, die sie vor kurzem auch auf einer grandiosen CD eingespielt haben. Von den JACKs gibts für VAN-Leser/innenn übrigens auch bald was auf die Ohren, aber das ist wieder eine andere Geschichte. 

13. und 14.2. Hamburg, Kampnagel

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