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VANstaltungen KW 3
21.–27. Januar 2016

Jede Woche neu: unsere subjektiv zusammengestellte und ausschweifend kommentierte Übersicht über interessante Termine in den kommenden Tagen.


Alex Ross’ Texte bei der Ruhrtriennale

Alex Ross schreibt über Kunstmusik wie wenig andere Menschen auf der Welt, zumindest, was die Sprachen betrifft, die wir verstehen. Zwei Texte von ihm sind übersetzt bei VAN erschienen, einer über den Vormarsch zeitgenössischer Komponistinnen, ein anderer über seine CD-Sammlung und die relativ neue Möglichkeit des Musik Streamens. Aber auch wenn er nur über das Konzert von letzter Woche, eine neue Platte oder eine Neuinterpretation eines klassischen Stückes schreibt, legt er die Latte hoch: Er ist top informiert, aus Erfahrung und Leidenschaft, er beschreibt, was er hört auf eine aufrichtige, kreative, aber immer genaue Art und er lässt durchblicken, warum Musik wichtig ist, immer wieder, ohne Plattitüden dabei zu nennen. The Rest is Noise hieß sein Buch über die Musik des 20. Jahrhunderts, das man Student/innen genauso ans Herz legen kann wie den eigenen Eltern, die kein modernes Zeug hören. Wie das Buch heißt auch das Programm, das die Ruhrtriennale außerhalb der Festivalzeit auf Tour durch Theater im Ruhrgebiet zeigt (Foto aus der Station Schlosstheater Ruhr). Schauspieler lesen Alex Ross, Mitglieder der Bochumer Symphoniker und der Musiker und Komponist Carl Oesterhelt (Tied & Tickled Trio und FSK) spielen die Musik um die es geht. Hingehen. Musikvermittlung in geil. 

21.1. Dortmund, Schauspiel
(außerdem 4.2. Theater Oberhausen,
17.3. Theater an der Ruhr
7.4. Schauspielhaus Bochum)


René Jacobs/FBO: IDOMENEO, RE DI CRETA

Lieber eine konzertante oder pseudo-konzertante Aufführung so wie ich sie oft mache, als eine schlechte Inszenierung. Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit einer guten Inszenierung mit schlechter oder mittelmäßiger Musik, das passiert auch manchmal. Ich weiß nicht was am Schlimmsten ist.

sagte René Jacobs uns neulich. Was wir hingegen wissen ist, dass wir noch ganz berauscht sind von Jacobs' gerade abgeschlossener Einspielung aller großen Mozartopern. Eine davon, Idomeneo, gibts nun in Wien, konzertant und mit garantiert guter Musik. 

22.1. Wien, Theater an der Wien


Beethoven-Woche im Beethoven-Haus

Schon als Beethoven noch irgendwo zwischen der 2. Sinfonie und frühen Klaviersonaten rumschraubte, munkelten Zeitgenossen er könnte der Steve Jobs der Klassikwelt (damals: Musikwelt) werden. Die Stücke radikal durchkomponiert bis in subkutane Schichten, die andere einfach ausnotierten, wie es gerade à la mode war (fragt mal Karlheinz Essl), das Verhalten rücksichtslos auf den eigenen Erfolg ausgerichtet, ehrgeizig, was die Präsentation der Releases betraf (fragt mal Jan Caeyers, der übrigens den Eröffnungsvortrag bei der Veranstaltung halten wird, um die es hier geht); die Wohnung und Kleidung auch manchmal müffelig, weil der Kosmos im Kopf wichtiger war. Das Werk beider schließlich sendet einen Strahl durch die Geschichte und hinterlässt die Spuren in unsere Umwelt, weswegen auf meinem iPod shuffle (kein Display, super Gerät) nicht selten Streichquartette von Ludwig van laufen, durchrüttelnd, scharf und erbauend. Worauf will ich hinaus? Tabea Zimmermann, ja, die Für-mich-persönlich-ist-Beethoven-immer-noch-ein-Buch-mit-vielen-Siegeln-Tabea-Zimmermann ist Künstlerische Leiterin der Beethoven-Woche. Die heißt »An die ferne Geliebte / Kammermusikfest«. Alles wird aus dem gleichnamigen Liederkreis op. 98 entwickelt, Zeile für Zeile. Es kommen ganz tolle Musiker/innen, die neben Beethoven auch andere Kammermusik – Lieder, Trios, Quartette, Klavierabende – aus der Zeit seitdem spielen. Wir legen uns fest: Bonn ist in der Woche vom 23.1–31.1. für die klassische Kammermusik, was Macworld seit Jahrhunderten für die Apple-Freund darstellt.

23.–31.1. Bonn, Beethovenhaus/Kammermusiksaal


Rihms Hamletmaschine

Die besten und aktuellsten Informationen über diese Produktion erscheinen parallel mit diesen VANstaltungen: Volker Hagedorns Interview mit dem Dirigenten Gabriel Feltz, hier zu lesen. Und die Musik? »Wie Blitze«.

Diverse Termine zwischen dem 24.1. (Premiere) und dem 14.2. Zürich, Opernhaus


Mahlers Dritte

In seinem Text für VAN erzählt Arno Lücker, wie Mahlers 3. Sinfonie von der ganzen Welt handelt, den Jahreszeiten, der Natur, den Gefühlen und schließlich der Ahnung, dass es sich nur um ein Spiel handelt. Schönberg sah in einer Aufführung der Dritten die nackte Seele von Mahler, als »Naturereignis«. Für Mahler stand am Anfang der Komposition ein stufenweiser Aufstieg durch die Existenz, von den Wiesenblumen, den Tiere des Waldes, der Nacht, den Glocken bis zur Liebe. Dieses Konzept wurde dann aber noch weiter aufgestockt, bis hin zu dem Monolithen, der die 3. Sinfonie heute ist. Wieder einmal ist es soweit: Diesesmal mit den Berliner Philharmonikern und dem gewissenhaften und funkelnden Iván Fischer, einem Frauen-, einem Jungenchor und der Mezzosopranistin Anna Larsson.

27., 28. und 29.1. Berlin, Philharmonie


Ratmanskys Paquita

Wir fragten Wiebke Hüster im letzten SommerWas ist gerade das aufregendste im Ballett? Welche Aufführung würdest du um nichts auf der Welt verpassen wollen? Ihre Antwort: »Alles von Ratmansky. Wenn Ratmansky Dornröschen inszeniert, dann weiß ich, dass er zehn Jahre lang geforscht hat: Er ist jetzt Mitte vierzig, hat es selber in verschiedenen Versionen getanzt und dann beginnt er irgendwann, historische Abbildungen zu sammeln, geht in Bibliotheken, sucht nach Aufzeichnungen, arbeitet mit Leuten zusammen, die die Originallibretti lesen. Er betreibt wirkliche Forschung! Als ich ihn noch nicht so gut kannte, dachte ich: Das ist der Typ, der wahrscheinlich die großen Petipa-Ballette am besten rekonstruiert. Aber nach diesem Strauss-Abend und nach Namouna war es um mich geschehen. Dann habe ich bei den Proben zu Paquita gesehen, wie er sich selbst bewegt: aus dem Zentrum und total geerdet. Und daraus kann er diese absolut überraschenden synkopierten Schritte gestalten. Das ist Virtuosität, aber eben nicht um ihrer selbst willen sondern mit einem ganz starken Bezug zur Geschichte. Das ist ja im Tanz nicht so leicht zu finden.« An der Bayerischen Staatsoper wird wieder Paquita getanzt.

24. und 26.1., weitere Termine im Februar und März


Kožená mit Rattle und anderen

Im Rahmen einer Residenzen-Tour der tschechischen Mezzospranistin mit einem vierteiligen Programm an verschiedenen Häusern gibt es nun ein Familie-und-Freunde-Kammerkonzert mit Simon Rattle am Klavier und anderen Musikern. Benedikt von Bernstorff hat sie letzte Woche für VAN getroffen, lies seinen Bericht hier. Benedikt, bisweilen ein Romantiker Alter Schule beschreibt Koženás Gesangs: »Sie hat ein unverwechselbares, schlankes und doch schwerkräftiges Timbre und jenen wehmütig-melancholischen Ton […]« Lieder von Chausson Strawinski, Ravel, Strauss, Brahms, Janáček, Dvořák.

22.1. Hamburg, Elbphilharmonie


Uchida/MCO: Mozart-Tour

Nach der Abräumer-Beethoven-Journey mit Leif Ove Andsnes folgt dieses Jahr die etwas kürzere Mozart-Tour mit Mitsuko Uchida, einer der vier Artistic Partners des Mahler Chamber Orchestra. Dessen Aufstellung erinnert in ihrer Polarität an die daoistische Fünf-Elemente-Lehre: Teodor Currentzis, Daniele Gatti, Isabelle Faust, Mitsuko Uchida, komplementäre Manfestationen der Wandlungsfähigkeit des Kosmos Musik, mit dem MCO selbst als korrelativem Kontinuum. Es gibt aktuell viele gute Pianist/innen, die vieles gut spielen, aber nur wenige, denen das feine, leichte, leise Mozart-Spiel so gelingt wie Uchida. ​ 

23.1. Luxemburg, Philharmonie
25.1. Salzburg, Mozarteum
27. und 28.1. Frankfurt, Alte Oper


Opernpremiere: Hosokawa, Stilles Meer

Die Premiere einer Oper, ein Auftragswerk der Staatsoper Hamburg. Und es gibt eine Erklärung des Komponisten auf deren Blog.

»Meine vierte Oper Stilles Meer ist ein Auftragswerk für die Staatsoper Hamburg. Die Textvorlage stammt von Oriza Hirata, das darauf basierende Libretto von Hannah Dübgen, die auch die Librettistin meiner Oper Matsukaze ist.

[…] Das Tōhoku-Erdbeben und der Tsunami im Jahr 2011 sowie die dadurch ausgelöste Atomkatastrophe ließen mich erneut über Naturgewalten und die menschliche Arroganz nachdenken. Meine Musik entsteht in tiefem Einklang mit der Natur und soll dazu anregen, einmal mehr zu reflektieren, dass die Menschheit die elementare Kraft der Natur gleichermaßen respektiert wie fürchtet, und wie sie bei dem Versuch, die Natur zu kontrollieren und zu dominieren, diese letztendlich zerstört. Mein Orchesterstück Circulating Ocean (2005) beschreibt musikalisch den Kreislauf des Lebens – wie Meerwasser zu Dampf, Wolke, Regen, Sturm wird und abermals auf die Erde fällt, um seinen Weg zurück ins Meer zu finden. Wasser ist eine Metapher für das menschliche Leben; es entsteht im Meer und kehrt dorthin zurück. In der Oper Stilles Meer ist der Ozean, die Quelle dieses Lebens, durch Radioaktivität verseucht und dieser Kreislauf unterbrochen worden. (In meiner Oper erscheinen in einer Szene Dorfbewohner, die das "Tōrō nagashi" zelebrieren. In dieser japanischen Zeremonie verwenden die Menschen eine Papierlaterne als Sinnbild für die Seele der Verstorbenen und übergeben sie dem Meer, der Quelle des Lebens.) […]«

24., 27., und 30.1.; 9. und 13.2. Hamburg, Staatsoper

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