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VANstaltungen KW 2
13.–20. Januar 2016

Jede Woche neu: unsere subjektiv zusammengestellte und ausschweifend kommentierte Übersicht über interessante Termine in den kommenden Tagen.


Kavakos spielt Korngold und Sibelius

Videostill © Decca Records

Liebe Geigenwunderkinder, bitte nicht nachmachen! Die Bogenhaltung von Leonidas Kavakos erinnert an T-Rex – Ellbogen dicht am Körper, rechtes Handgelenk herausgestellt, das steht ja in keinem Lehrbuch! Aber entscheidend ist, was dabei rumkommt, und da schließen wir uns dem Urteil seiner Kollegin Veronika Eberle in unserem Aufnahmenvergleich an:

Ein unglaublich edler Geiger, oder? Das ist so eine kultivierte, feine Tongebung. Als wenn man in eine Zeit versetzt ist, wo es noch keine Autos und Bahnen gab, sondern mit einer Kutsche durch die Landschaft fährt, sich jedes Detail anschaut und sieht, welche Schönheit hinter jeder Kleinigkeit steckt. (…) Ein sehr intelligenter Geiger, aber trotzdem nah am Herzen.

Diese Woche spielt Kavakos mit dem BR Symphonieorchester und Mariss Jansons Korngolds Violinkonzert, dann reist er weiter nach Dresden, um mit der Staatskapelle Sibelius zu spielen.

14.1. und 15.1 München, Herkulessaal
23. – 25.1. Dresden, Semperoper


klub kararakt

Foto Christina Hansen

Die Katarakt bezeichnet eine krankhafte Trübung der Augenlinse. Der Katarakt kann für einen Wasserfall oder eine Stromschnelle stehen. Super Name für ein experimentelles Festival, so viel steht fest, weil: wenn die Sicht trüber wird, das ist grundlegende Medienwissenschaft, dann werden andere Sinne schärfer, das Gehör zum Beispiel. Stromschnellen wiederum, und das lässt sich auch aufs Akustische übertragen, sind Verdichtungen, die die Kraft des Gesamtflusses spürbar machen.

klub katarakt selbst ist weit gespannt, über den Pfeiler Neue Musik hinweg, genauso wie über die Pfeiler der amerikanischen Avantgarde des mittleren vorigen Jahrhunderts, immer auch an das Konzept Musik selbst stoßend, es befragend, während man den üblichen Rahmen der Präsentation von zeitgenössischer Musik hier und da durchbricht. Die Komponisten Ernst Bechert, Jan Feddersen und Robert Engelbrecht sind künstlerische Leiter des Festivals, das dieses Jahr zum elften Mal stattfindet. Für VAN haben sie eine Playlist mit unverwüstlichen Inspirationenzusammengestellt.

Composer in Residence ist Christian Wolff, den unser Redakteur Jeff Brown am Montag noch in Hamburg traf, hier geht es zum Gespräch der beiden.

13.–16.1. Hamburg, Kampnagel  


Widmann, Mozart, Sibelius in Frankfurt

So war es ursprünglich geplant: Martin Fröst spielt als Solist mit Paavo Järvi Bruckner und Nielsen. Und weil VAN die tiefgründigsten und frischesten Vorabinfos bietet, wollten wir auf diese zwei Gespräche verweisen. Nun ist es anders gekommen, jemand von der Alten Oper in Frankfurt schreibt:

Eigentlich sollte der »Conductor Laureate« dieses Konzert dirigieren. Doch der ehemalige Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Paavo Järvi musste sein Engagement krankheitsbedingt leider absagen. Für ihn ist dankenswerterweise kurzfristig sein Vorgänger Hugh Wolff eingesprungen. Zugleich gibt es auch einen neuen Solisten: Statt Martin Fröst ist Jörg Widmann nun als Klarinettist zu erleben. Auf dem Programm stehen dabei neu das Klarinettenkonzert von Mozart und die 5. Sinfonie von Jean Sibelius.

Für VAN hat Benedikt von Bernstorff Jörg Widmann getroffen. Wer ihn über Schumann sprechen liest, hört ihm danach auch anders zu, wenn er Mozarts Klarinettenkonzert spielt.

Dazu spielt das hr-Sinfonieorchester mit dem Dirigenten Hugh Wolff Sibelius' 5. Sinfonie. Über dessen vielschichtiges, manchmal widersprüchliches Verhältnis zu Patriotismus und Nation, über sein Hin und Her zwischen Modernismus und volksnaher Erdung schreibt Jeff Brown (auf Englisch) für VAN.

13.–15.1. Frankfurt, Alte Oper


Mit Currentzis in die Radiale Nacht

You're such a beautiful freak
I wish there were more just like you
You're not like all of the others
And that is why i love you
Beautiful freak, beautiful freak
That is why i love you
Beautiful freak, beautiful freak

16.1. Berlin Radialsystem V 


Herreweghe dirigiert Bruckner

Noch so ein Freak, aber ganz anderer Art: Während Currentzis peitscht und fuchtelt, steht Herreweghe in stoischer Ruhe und lässt die Musik fließen. Herreweghe ist Reduktion, Currentzis Übermaß. Beweis dafür, auf welch unterschiedliche Art Musik entstehen kann und dass es nicht auf die äußere, sondern die innere Bewegung ankommt. »People still express surprise when they hear that I am performing Bruckner, or Mahler and Stravinsky«, sagt er in diesem Guardian-Artikel.

14.1. Essen, Philharmonie 


Krieg singen

Foto © Jørund F. Pedersen

Krieg, nicht zu Ende gedachte, nicht zu Ende gefühlte Natur. Was soll man da singen? Ist Krieg singen so etwas wie nicht gefühlte, nicht gedachte Musik? Oder kann Krieg in Musik drin sein? Schon klar, man kann das aus verschiedenen Perspektiven angehen: Laibach spielen Teile des Programms, mit dem die Band in Nordkorea (Bild) aufgetreten ist. Nicht soviel Ironie? Ok, »undoubtedly the happiest people on the planet« kommentiert einer auf Youtube ein Video, auf dem Songhoy Blues spielen. Sie kommen und erzählen von Nordmali, wo Krieg und Terror herrschen. Mehr Katharsis? Gut, das Ensemble zeitkratzer interpretiert serbische Trauer- und Kriegslieder in einer Auftragskomposition des Hauses der Kulturen der Welt, gleichzeitig Veranstaltungsort. Was soll das alles, mehr Theorie? In Ordnung, es gibt Panels, die die Frage, wie viel Krieg in die Musik passt, diskutieren. Peace.

14.–17.1 Berlin, Haus der Kulturen der Welt


Fieberkurve zu South Pole

Über die Erstarrung des Opernrepertoires schrieb Roman Reeger neulich in VAN und meinte:

So wie das erstarrte Opernrepertoire von der Institution erschaffen wurde, ist jene unumgänglich, um Neues entstehen zu lassen.

Dafür braucht es den Glauben an die »Königsdisziplin Oper«, die Überzeugung, dass diese der Ort sein kann, wo aufregende, irritierende, verrückte Sachen passieren. Es braucht das Ereignis, das Fieber, im Idealfall vielleicht auch den Hype des Neuen. Wie das modellhaft aussehen könnte, zeigt uns die Bayerische Staatsoper in der kuratierten Fieberkurve zur Uraufführung von Miroslav Srnkas Oper South Pole am 31. Januar: seit fast einem Jahr gibt es einen Blog, es gab Filmnächte im Dezember, es gibt eine Klanginstallation am Max-Joseph-Platz, eine Ausstellung vor der Königsloge, es beginnt jetzt eine Reihe von fünf Themenkonzerten an verschiedenen Orten der Stadt … und siehe da – die Vorfreude steigt.

14.1. München, Max-Planck-Haus am Hofgarten. 1. Themenkonzert
Überblick über die Veranstaltungen zu South Pole


Ultraschall

In Rundfunkstudios, in der Kirche, im Radialsystem und im Heimathafen Neukölln – Ultraschall Berlin, das Festival für neue Musik hat öffentlich-rechtliche Rundfunk-Eltern und bietet Avantgarde ohne oberflächliche Coolness-Zugeständnisse an die Popkultur, dafür mit dem manchmal etwas sachlichen Streben nach Balance, ein paar namhaften Interpreten, einer ausgewogenen Mischung. Vielleicht im guten Sinne ein bisschen nervöser als letztes Jahr ist das Programm. Was passiert? Vielleicht beginnen wir plötzlich, Zeit seltsam zu finden, wenn Schlagzeuger Matthias Engler, Mitglied beim Ensemble Adapter, Stücke von David Brynjar Franzson, Hannes Seidl und Xenakis aufführt. Vielleicht lernen wir über ein anderes Atmen das Verschwinden: beim Konzert des Minguet Quartett. Vielleicht hören wir Hildegard von Bingen aus dem ersten Stück des ersten Abends (Musica Celestis von Aaron Jay Kernis) heraus, und in ihr dann den Gesang der Engel im Himmel und in diesem dann …

20.–24.1. Berlin, diverse Orte


Kostümverkauf an der Komischen Oper

Karneval steht vor der Tür, der nächste große Partyauftritt kommt bestimmt – warum nicht mal im römischen Streitwagen?

Die Kostümabteilung räumt den Fundus aus und verkauft auf zwei Etagen 2.000 Kostüme und Accessoires aus Inszenierungen von Von der Reise auf den Mond, Ein Sommernachtstraum, La Traviata, Des Kaisers neue Kleider bis Giulio Cesare in Egitto um für kommende Produktionen Platz zu schaffen. Kleider, Röcke, Hosen, Jacken, Hüte, Gürtel, Handschuhe und Kinderkostüme aus insgesamt 60 Produktionen von 1979 bis 2015 gibt es ab 1 Euro bis 800 Euro.

16.1. Berlin, Komische Oper,
Unteres und Oberes Foyer, 10:00–15:00 Uhr 

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