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Die Französin, Jahrgang 1991, hatte zwei Jahre die Stelle für Kontrafagott und 2. Fagott bei den Berliner Philharmonikern inne. Letzte Woche hat sie sich eine Position als Solo-Fagottistin bei den Wiener Philharmonikern erspielt. Damit ist sie dort die erste Frau an einem Solobläserpult.

 

Text Annette Zerpner · Foto NOCH OFFEN


Ist man weniger aufgeregt, wenn man wie du zuvor bereits ein großes Probespiel gewonnen hat?

Sophie Dartigalongue: Ich war schon sehr, sehr nervös. Aber das gehört in dieser Situation einfach dazu. Es signalisiert einem, wie wichtig das ist.

Spielt man bei den Wienern hinter dem Vorhang?

Nur die ersten beiden Runden, die dritte und vierte nicht mehr. Am Anfang waren wir 20 Kandidaten – 18 Männer und zwei Frauen. Probespiele finden nicht vor dem gesamten Orchester statt, da saß nur ein Komitee von etwa 30 Leuten. Aber das sind ja schon genug (lacht).

Es gibt inzwischen viele hervorragende weibliche Fagottistinnen. du hast gemeinsam mit zwei Kolleginnen den ARD Wettbewerb 2013 gewonnen. Die Geschlechterverteilung bei deinem Probespiel spiegelt das nicht wieder.

Es ist noch relativ neu, dass so viele Frauen Blasinstrumente studieren. Deswegen werden jetzt auch bei diesen immer mehr Frauen wichtige Positionen in Orchestern oder internationale Preise bekommen. Es gab früher diesen Mythos, dass Frauen nach einer Schwangerschaft nicht mehr so gut spielen können, auch deswegen wollten die großen Orchestern vielleicht nicht so gerne Frauen in diesen Positionen aufnehmen.

Sophie Dartigalongue spielt den 2. Satz aus Vivaldis Fagottkonzert G-Dur; Münchener Kammerorchester, Aufnahme von der 3. Runde des ARD Musikwettbewerbs 2013

Hast du dich in Wien beworben, weil dir die Kontrafagott-Stelle bei den Berlinern musikalisch irgendwann nicht mehr genug sein könnte?

Nein, aber bei so einer Solostelle muss man sich einfach bewerben. Ich wäre sonst auch sehr gern bei den Berlinern geblieben. Man ist mit jedem Instrument Teil dieses Klangkörpers und erlebt einfach sehr viel mehr als in den meisten anderen Orchestern.

Auf welche Solo-Passagen freust du dich besonders?

Auf den Feuervogel. Hoffentlich werde ich in der Staatsoper auch Donizettis Elisir d’Amore spielen. Ansonsten freue ich mich auf alles von Beethoven. Bei ihm kann man am ersten Fagott ungeheuer viel mit dem Klang machen. 

Apropos Klang – musst du dir für die Wiener andere Rohre bauen als bisher?

Beim Rohrbau probiere ich sowieso dauernd etwas Neues. Als Solistin muss man sich noch besser ausstatten. Aber die Änderungen von einem Orchester zum anderen sind subtiler. Man spürt etwas und fügt sich ein, ändert sein Spiel eine Winzigkeit. Aber man muss spielen, wie man ist – das habe ich auch beim Probespiel versucht.

Was wirst du vermissen und worauf freust du dich, wenn du zum September von der Spree an die Donau ziehst?

Meinen Freundeskreis habe ich in Berlin, aber wir Musiker reisen alle soviel, dass ich es gewohnt bin, nicht alle Freunde um mich zu haben. Vermissen? Ich weiß nicht – ich bin ja noch hier (lacht). Wien kenne ich bisher kaum, ich freue mich vor allem auf das Orchester. Das wird spannend. ¶

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